GEMA und Musik auf Events – Lizenzpflichten, Kosten und Alternativen
Tisch Records war ein unabhängiges Netlabel für elektronische Musik – abstrakte, minimalistische Sounds, veröffentlicht unter Creative Commons als freie Downloads. Ein Gegenmodell zur klassischen Musikverwertung. Auf Veranstaltungen ist die Rechtslage weniger frei: Wer Musik öffentlich abspielt – ob DJ-Set, Hintergrundmusik oder Live-Band mit Coversongs – muss Lizenzgebühren zahlen. Die GEMA-Abrechnung ist dabei für viele Veranstalter eine Blackbox.
Wann ist eine GEMA-Meldung Pflicht?
Grundsätzlich gilt: Jede öffentliche Wiedergabe von Musik ist vergütungspflichtig, sofern die Werke bei der GEMA registriert sind. Das betrifft:
- DJ-Sets – egal ob Vinyl, CDJ oder Controller. Sobald urheberrechtlich geschützte Musik öffentlich gespielt wird, fällt GEMA-Gebühr an. Auch wenn der DJ die Platten selbst gekauft hat – der Kaufpreis deckt nur die private Nutzung.
- Hintergrundmusik – Spotify über die PA bei einer Firmenfeier? GEMA-pflichtig. Die Streaming-Lizenz gilt nur für den privaten Gebrauch, nicht für öffentliche Wiedergabe.
- Live-Bands mit Fremdrepertoire – eine Coverband, die bekannte Songs spielt, löst GEMA-Gebühren aus. Auch wenn die Musiker die Songs selbst arrangiert haben.
- Hintergrundmusik in Livestreams – bei gestreamten Events kommt zusätzlich die Vergütung für die Online-Nutzung hinzu. Doppelte Lizenz: einmal für die Veranstaltung vor Ort, einmal für den Stream.
Was GEMA-Gebühren kosten
Die GEMA-Tarife richten sich nach Veranstaltungsart, Raumgröße und Ticketpreis. Die wichtigsten Tarife für Eventveranstalter:
- Tarif U-V (Unterhaltungsmusik mit Tanz) – der klassische Party-Tarif. Berechnung nach Raumgröße und Eintrittspreis. Für einen Club mit 200 m² und 10 € Eintritt: ca. 150–250 € pro Veranstaltung. Bei Festivals mit großer Fläche und hohen Ticketpreisen schnell vierstellig.
- Tarif U-ST (Unterhaltungsmusik ohne Tanz) – für Hintergrundmusik bei Firmenevents, Empfängen, Messen. Günstiger als U-V, da kein Tanzveranstaltungs-Zuschlag. Trotzdem oft unterschätzt.
- Tarif VR-Ö (Livestream) – zusätzlich zum Veranstaltungstarif, wenn das Event gestreamt wird. Berechnung nach Anzahl der Zuschauer im Stream und Dauer.
Wichtig: Die GEMA-Meldung muss vor der Veranstaltung erfolgen. Nachmeldungen sind teurer (Zuschlag bis 100 %). Keine Meldung ist Urheberrechtsverletzung.
GEMA-freie Musik – wann und wie
Nicht jede Musik ist GEMA-pflichtig. Alternativen für Veranstalter, die Lizenzkosten sparen wollen:
- Creative-Commons-Musik – Netlabels wie das ehemalige Tisch Records veröffentlichten Musik unter offenen Lizenzen. Plattformen wie Free Music Archive oder Jamendo bieten GEMA-freie Tracks für Events. Einschränkung: Die Auswahl an bekannten Titeln ist begrenzt – für Hintergrundmusik geeignet, für ein DJ-Set mit Publikumswünschen eher nicht.
- Eigenkomposition – wenn die Live-Band ausschließlich eigene, nicht bei der GEMA gemeldete Songs spielt, fällt keine Gebühr an. Aber: Sobald ein einziger Coversong ins Set rutscht, gilt die GEMA-Pflicht für die gesamte Veranstaltung.
- Production Music / Royalty-Free – lizenzierte Musikbibliotheken für gewerbliche Nutzung. Einmalzahlung pro Track oder Abo-Modell. Für Imagefilme, Messeauftritte und Unternehmens-Events eine praktikable Lösung.
- GEMA-freie DJs – einige DJs spielen ausschließlich GEMA-freies Material. Nischenformat, aber für Veranstalter mit engem Budget eine Option.
Checkliste: Musik auf Events rechtssicher planen
- GEMA-Meldung mindestens 3 Tage vor der Veranstaltung einreichen (online über gema.de)
- Raumgröße, erwartete Besucherzahl und Eintrittspreis korrekt angeben – Falschangaben führen zu Nachforderungen
- Bei Livestream: zusätzlichen Tarif VR-Ö prüfen und anmelden
- Setlist der Band oder des DJs dokumentieren – die GEMA kann eine Aufstellung der gespielten Werke verlangen
- Bei ausschließlich GEMA-freier Musik: Nachweise bereithalten (Lizenzdokumente, Creative-Commons-Angaben)
- Kosten in die Eventkalkulation einplanen – GEMA ist kein optionaler Posten
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AE Rental liefert DJ-Equipment, PA-Systeme und Lichttechnik für Veranstaltungen jeder Größe. Die GEMA-Meldung liegt in der Verantwortung des Veranstalters – AE Rental kann aber bei der Einschätzung der relevanten Tarife und der Zusammenstellung der technischen Dokumentation unterstützen.
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Diese Seite verweist auf das frühere Angebot von tisch-records.org. AE Rental war nicht Betreiber des Netlabels.