Rigging und Traversensysteme – Lasten sicher über der Bühne

Die SET//23 (Stage Event Tech) war eine internationale Fachmesse für Theater- und Veranstaltungstechnik, organisiert durch die DTHG in Berlin. Ein Kernthema der Branche, das auf jeder SET verhandelt wird: Wie hängen Scheinwerfer, Lautsprecher und LED-Wände sicher über dem Publikum? Rigging und Traversensysteme sind die unsichtbare Infrastruktur jeder Bühnenproduktion – und gleichzeitig der Bereich, in dem Fehler die gravierendsten Konsequenzen haben.

Traversen: Das Grundgerüst über der Bühne

Traversen (Truss) sind Aluminium-Konstruktionen, an denen Scheinwerfer, PA-Systeme, LED-Wände und Dekorationselemente befestigt werden. Die gängigsten Typen:

  • Dreieck-Traversen (Tri-Truss) – drei Gurte, kompakt und leicht. Geeignet für kleinere Lasten: Scheinwerfer, leichte Dekorationen. Häufig bei Messeständen und kleinen Bühnen.
  • Viereck-Traversen (Quad-Truss) – vier Gurte, höhere Tragfähigkeit und Torsionssteifigkeit. Standard für Bühnenkonstruktionen, an denen schwere Moving Heads, Line-Arrays oder LED-Wände hängen. Typische Querschnitte: 290 mm und 400 mm.
  • Steckverbinder vs. Schraubverbinder – Conical-Verbinder (Steck-Konus) ermöglichen schnellen Aufbau ohne Werkzeug. Bolzenverbinder sind belastbarer, aber langsamer im Aufbau. Die Wahl richtet sich nach Last und Aufbauzeit.
  • Gebogene Elemente – Circle-Truss und Corner-Elemente für Rundkonstruktionen über der Bühne. Ästhetisch ansprechend, aber aufwendiger in der Statikberechnung.

Rigging: Traversen aufhängen

Traversen müssen getragen werden – entweder von Stativen (Ground Support) oder von Abhängepunkten an der Hallendecke (Flugrigging). Beide Methoden haben klare Einsatzbereiche:

  • Ground Support (Stativ-basiert) – Traversen auf Liftstativen oder Kurbeltürmen. Vorteile: unabhängig von der Hallendecke, schnell aufgebaut, keine Deckenpunkte nötig. Nachteile: Stative stehen auf der Bühne und nehmen Platz weg, maximale Höhe und Tragfähigkeit begrenzt (typisch 150–300 kg pro Stativ bei 4–6 m Höhe).
  • Flugrigging (abgehängt) – Traversen an Kettenzügen (Motoren), die an Deckenpunkten befestigt sind. Vorteile: kein Platzverlust auf der Bühne, höhere Tragfähigkeiten möglich, präzise Höhenverstellung per Motor. Voraussetzung: geprüfte Anschlagpunkte in der Hallendecke mit bekannter Tragfähigkeit.
  • Kettenzüge (Chain Hoists) – Elektromotoren mit Kette, die Traversen heben und senken. Tragfähigkeiten von 250 kg bis 2.000 kg pro Motor. Redundanz ist Pflicht: Sekundärsicherung (Safety) an jedem Abhängepunkt, unabhängig vom Hauptzug.

Lastensicherheit: Was über Köpfen hängt, muss gesichert sein

Jedes Gerät, das über Publikum oder Bühne hängt, ist ein potenzielles Sicherheitsrisiko. Die Vorschriften sind entsprechend streng:

  • DGUV Vorschrift 17 (ehem. BGV C1) – regelt die Sicherheit bei Veranstaltungen und Produktionsstätten. Schreibt unter anderem vor: Tragmittel müssen eine Sicherheit von mindestens 10:1 aufweisen, jede fliegende Last braucht eine Sekundärsicherung, und Änderungen an der Aufhängung dürfen nur durch sachkundige Personen erfolgen.
  • Sekundärsicherung (Safety) – ein zusätzliches Sicherungselement (Stahlseil, Kette) das die Last auffängt, wenn die primäre Befestigung versagt. Pflicht für jedes einzelne Gerät über Personen. Ein Scheinwerfer ohne Safety über dem Publikum ist ein sofortiger Grund für Veranstaltungsstopp.
  • Statiknachweis – bei komplexen Traversenkonstruktionen oder hohen Lasten muss ein rechnerischer Nachweis erbracht werden, dass die Konstruktion die auftretenden Kräfte sicher aufnimmt. Bei temporären Bauten ab bestimmter Größe ist ein Prüfstatiker vorgeschrieben.
  • Sachkundige Person – Rigging darf nur durch Personen durchgeführt werden, die eine entsprechende Qualifikation nachweisen können (Rigger nach IGVW SQP2 oder vergleichbar). Das ist keine Empfehlung, sondern Vorschrift.

Häufige Fehler beim Rigging

  • Überlastung von Deckenpunkten – die Tragfähigkeit der Hallenpunkte wird nicht geprüft oder überschritten. Besonders kritisch bei älteren Gebäuden oder Locations, die nicht als Veranstaltungsstätte gebaut wurden.
  • Fehlende Safeties – Zeitdruck beim Aufbau führt dazu, dass Sekundärsicherungen vergessen werden. Ein Clamp ohne Safety an einem Moving Head über dem Publikum ist fahrlässig.
  • Falsche Schäkel oder Clamps – nicht jeder Schäkel ist für jeden Einsatz geeignet. WLL (Working Load Limit) muss zur tatsächlichen Last passen. Baumarkt-Schäkel haben auf einer Traverse nichts zu suchen.
  • Windlasten bei Outdoor nicht berücksichtigt – Traversenkonstruktionen im Freien sind Windkräften ausgesetzt, die die statische Last um ein Vielfaches übersteigen können. Outdoor-Rigging erfordert separate Windlastberechnung und ggf. Ballastierung.

Traversen und Rigging bei AE Rental

AE Rental verleiht Traversensysteme, Kettenzüge, Clamps und Rigging-Zubehör – inklusive Beratung zur Konstruktion und auf Wunsch mit sachkundigem Rigging-Personal vor Ort. Alle Traversen werden regelmäßig nach DGUV geprüft, Kettenzüge jährlich durch eine befähigte Person. Für komplexe Konstruktionen wird ein Statiknachweis erstellt.

Traversen und Rigging bei AE Rental → · Rigging-Planung anfragen →

Diese Seite verweist auf das frühere Angebot von stage-event-tech.de. AE Rental war nicht Veranstalter der SET//23.

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